Über Uns


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Das Schülerbündnis Nürnberg



Wir sind eine Gruppe junger Menschen, die keine Lust mehr haben, nur zuzusehen, wie an unserer Bildung und sämtlichen Sozialleistungen gekürzt wird, während die Gewinne der Unternehmen explodieren und der Staat immer mehr in Militär, Polizei und Überwachung investiert, die Nazis überall ihre menschenverachtende Hetze verbreiten und durch unsere Städte marschieren können, ein imperialistischer Krieg nach dem anderen geführt wird und die Welt immer ungerechter wird.
Doch alleine nur jammern bringt nichts. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen um aktiv dagegen vor zu gehen. So blockieren wir Naziaufmärsche und schaffen auf der anderen Seite eine aktive, linke, antifaschistische Jugendkultur und organisieren Antifa-Jugendcamps und -konzerte. Wir setzen uns für ein alternatives, selbstverwaltetes Jugendzentrum ein und stellen eine Gegenöffentlichkeit zum Einheitsbrei der Medien her, indem wir in der Innenstadt Aktionen machen. Und wenn es gar nicht anders geht, dann organisieren wir Schulstreiks und Massenblockaden, um unsere Anliegen durch zu setzen und so gegen Krieg und andere Schweinereien vorzugehen.
Du bist nicht Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt!


Geschichte des Schülerbündnis Nürnberg

15.01.03 Erstes Treffen des Schülerbündnisses
(Damals der Name: Schülerbündnis gegen den Krieg)
Bericht

31.01.03 Zum ersten mal beteiligt sich das Schülerbündnis an einer Demo (Menschenkette)
gegen den drohenden Irakkrieg ( Organisator der Demo: Friedensforum).
Auch durch die Mobilisierung von uns wird eine Teilnehmerzahl von ca. 5000 Menschen erreicht.
Aufruf

15.02.03 Erste eigene Demo vom Schülerbündnis.
Am Internationalen Aktionstag gegen den drohenden Irakkrieg beteiligen sich an der Demo mehr als 2500 Menschen.
kurzer Bericht

21.02.03 Erster Schulstreik gegen den drohenden Irakkrieg an dem sich um die 7000 SchülerInnen beteiligen.
Aufruf Bericht und Fotos

21.03.03 Zweiter Schulstreik einen Tag nach beginn des Bush Krieges gegen den Irak.
Es beteiligen sich weit über 10.000 SchülerInnen an dem Streik.
Aufruf

Danach:Es folgten noch eine Vielzahl an Demos gegen den Irakkrieg.
Außerdem hielt das Schülerbündnis zwei Monate lang fast täglich Mahnwachen vor der Lorenzkirche ab.

12.05.03Bei einer Demo „gegen Atomkraft und gegen den bevorstehenden Castortransport“ beteiligten sich ca. 200 Leute.
Flayer

14.06.03 Unter anderem mobilisierten das Schülerbündnis zu der Gegendemonstration gegen den NPD Aufmarsch am Aufseßplatz an der sich über 3000 NazigegnerInnen beteiligten.

06.09.03 Zu der Antifa Demo gegen den Naziaufmarsch am Reichsparteitag an der sich auch das Schülerbündnis beteiligte kamen 1000 AntifaschistInnen.
Aufruf

06.12.03 Am Widerstand gegen den dritten Naziaufmarsch in einem Jahr beteiligten sich nur 500 Antifas da sich Stadt und die Presse auf ein „aktives Ignorieren“ einigten des dann so aussah das nichts über die Naziaktivitäten und Gegenaktivitäten berichtet wurde.
Aufruf Bericht

12.12.03Das Schülerbündnis unterstützt eine Demo gegen Studiengebüren und gegen Bildungsklau an der über 1000 SchülerInnen und StudentInnen teilnahmen.

02.04.04 Zum Schulstreik des Schülerbündnisses gegen Sozial-und Bildungsabbau kamen ca.500 SchülerInnen. Zur Prssemitteilung, Aufruf

01.06.04 Kundgebung vor der Lorenzkirche "Folter in den USA, auf Guantanamo Bay, in der BRD, in Spanien, im Irak, in England,... Einzelfälle oder Systematik?"
zum Flayer und zur Prssemitteilung und Bericht über die Kundgebung

02.10.04 Das Schülerbündnis unterstützt den Protest gegen den NPD-Aufmarsch in Erlangen

06.11.04 Das Schülerbündnis ruft mit auf zur Großdemonstration gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV zur Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, an der sich Knapp 10.000 Menschen Beteiligen
Bericht

15.01.05 Das Schülerbündnis unterstützt den Protest gegen eine Nazimahnwache an der Lorenzkirche
Siehe Rubrik Presse, Pressemitteilungen (12.01.05 Betreffend die Mahnwache von Nazis am 15.01.05 in Nürnberg)

15.01.05 Das Schülerbündnis macht eine 2-Jahre Schülerbündnis-Party im Archiv mit ca.100-150 Leuten Siehe Rubrik Presse, Pressemitteilungen (Zum zweijährigen Bestehen des Schülerbündnisses und der zugehörigen Zweijahrs-Party)

27.01.05 Das Schülerbündnis beteiligte sich an einer Kundgebung des „Bündnisses gegen Rechts" zum Auschwitz Gedenktag. Es nehmen ca 200 Menschen daran teil. Das Schülerbündnis forderte den Hauptredner OB Maly auf, von seiner Politik des „aktiven Ignorierens“ abstand zu nehmen, gegen Nazis vor zu gehen und antifaschistische Gruppen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

26.03.05 Das Schülerbündnis veranstaltet einen Infostand vor der Lorenzkirche unter dem Motto "Gegen Krieg, Folter und Unterdrückung". Neben dem Irak- Krieg wird auch die Folter der westlichen Industrienationen Thematisiert.

01.05.05 Das Schülerbündnis mobilisiert mit eigenen Flyern zu der 1.Mai Demo nach Gostenhof und gegen den den Aufmarsch der rechtsextremen NPD. Zu der Demo kommen ca. 2500 Leute darunter auch sehr viele Schüler und Studenten.

02.07.05 Das Schülerbündnis beteiligt sich an der Kampagne "Weg mit dem Nazitreff in Zabo! Reichswald dichtmachen!". Die Kampagne verläuft erfolgreich und die azikneipe schließt. Zu der Demo anfang Juli kommen 250 Leute.

20.08.05 Das Schülerbündnis beteiligt sich an den Protesten gegen den Naziaufmarsch in Nürnberg. An den Protesten beteiligen sich ca. 500 Menschen

08.09.05 Das Schülerbündnis veranstaltet eine Infotisch vor der Lorenzkierche bei dem auch mehrmals ein kurzes Theater aufgeführt wurde. Der Aktion sollte die Leute über die Politik der Herrschenden Infomieren.
den Flyer der Aktion könnt ihr in der Rubrik Aktuelles finden

29.10.05 Das Schülerbündnis beteiligt sich an den Protesten gegen den vorranschreitenden Sozialabbau an dem ca. 1200 Menschen teilnehmen. Das Schülerbündnis schrieb dazu einen eigenen Mobilisierungsaufruf den ihr in der Rubrik Aktuelles finden könnt.

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Aufruf zur Menschenkette
Das Schülerbündnis gegen den Krieg (Mittelfranken) ruft zur Menschenkette auf:

Am 31.01.03 wird in Nürnberg eine Menschenkette von der Lorenzkirche zum Amerikahaus um 17 Uhr stattfinden.Die Strecke beträgt ca 1 KM, was heißt das so viele leute wie möglich benötigt werden. Die Menschenkette wird von Nürnberger Friedensforum organisiert und vom Schülerbündnis gegen den Krieg supported.

Wir bitten euch an der friedlichen Zusammenkunft teil zu nehmen ! Bringt alle Bekannten, Verwandten und Freunde mit !
Wir hoffen mit dieser Aktion ein Zeichen gegen den Krieg setzen zu können.

Wir sehen uns dort !

Das Schülerbündnis
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Aufruf zum ersten Schulstreik
Wir, das Schülerbündnis gegen den Krieg, rufen zum allgemeinen Schulstreik gegen den Krieg auf!

Fr. 21.02.03 um 10 Uhr an der Lorenzkirche

Weshalb? Warum?
Inzwischen dürfte es jeder mitbekommen haben - die USA rüstet gegen den Irak ihre Kriegsmacht auf und mobilisiert ihre Streitkräfte in die Golfregion. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland ihren Bürgerinnen versprochen hat, sich nicht am Krieg zu beteiligen, werden wohl doch Überflugsrechte und die Nutzung der Infrastruktur Deutschlands, durch die verbündeten Kräfte der USA und Großbritanniens erlaubt sein. Auf Deutsch: Wir führen einen passiven Krieg! Um der Regierung klar zu machen, dass das mehreren Tausend Menschen das Leben kosten wird, rufen wir zur Unterstützung der Demonstration auf.

Wann? Wo?

Kommt am 21.02.03 um 10 Uhr zur Lorenzkirche und legt die schulische Arbeit für diesen Tag nieder. Dies ist eine Nürnberg weite Aktion an der mehrere Schulen teilnehmen. Wir bitten euch wirklich an der Demonstration teil zu nehmen und den Unterricht nicht einfach nur zu Schwänzen, sondern wirklich Aktiv aber friedlich gegen den Krieg vor zu gehen! Wenn Nürnberg weit alle Schüler zusammen die Schulen verlassen, oder erst gar nicht zum Unterricht erscheinen, wird es keine Verweise geben können!

Noch mal: Diese Aktion richtet sich nicht gegen das Schulsystem, auch nicht gegen die Lehrer oder den Unterrichtsstoff, sondern ist einfach eine Hoffnung und ein Schrei nach Frieden ! Jeder der Schüler ist für sich selbst verantwortlich, sobald er das Schulgelände verlässt!

Wir fordern nicht nur die Schülerinnen, sondern ebenso die Studentinnen, Lehrerinnen, Direktorinnen und Bürgerinnen auf, sich der Demonstration an zu schließen. Wir möchten damit ein Zeichen gegen den Krieg setzen.

Weitere Termine:
Sa. 15.02.03 - 12 Uhr öffentliche Demonstration in allen Hauptstädten Europas und in Nürnberg am Rathausplatz (Organisator: Schülerbündnis gegen den Krieg)
Tag X - 18 Uhr Demonstration an der Lorenzkirche
Samstag nach Tag-X: 13 Uhr Demonstration an der Lorenzkirche
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Aufruf zur Antifa Demo am 6.12.
Das Nürnberger Schülerbündnis ruft auf:
Naziaufmarsche am 6. 12. in Nürnberg verhindern!
06.12.03 10:00 Rathenauplatz

Am 6. Dezember wollen wieder Neonazis um den Zirndorfer Faschisten Gerd Ittner durch Nürnberg marschieren. Durch permanente Präsenz auf den Strassen Nürnbergs wollen sie die Bevölkerung zermürben und ihre Position in der Stadt festigen. Für das kommende Jahr sind weitere provokante Aufmärsche der Faschisten zu erwarten.
Überlasst den Faschisten nicht die Strasse!
Wir werden die Aufmärsche der Nazis unter keinen Umständen hinnehmen. Wir leisten Widerstand gegen jeglichen Versuch der Faschisten, ihre dumpfe Ideologie, die schon einmal die Welt ins Verderben stürzte, darzustellen. Ignorieren hilft nicht!
Oft wird gefragt, ob es nicht das Beste sei, die Faschisten und ihre Aufmärsche einfach zu ignorieren, um ihnen nicht zusätzliches Gewicht zu verleihen. Doch seit über zehn Jahren zeigt sich deutlich: Durch Ignorieren lassen sich Faschisten nicht bekämpfen - ganz im Gegenteil werden sie dadurch gefördert. - Beispiel Wunsiedel: Jahrelang konnten dort nahezu unbehelligt Aufmärsche zum Grab des ehemaligen Hitlerstellvertreters und verurteilten Kriegsverbrechers Hess durchgeführt werden. Wunsiedel ist heute ein Anziehungspunkt für Nazis aus ganz Europa. Dieses Jahr kamen fast 3.000 Nazis zur Hess-Demonstration.
- Beispiel Ostdeutschland: In einigen Bundesländern wurden unter dem Begriff der "akzeptierenden Jugendarbeit" Neonazis Jugendtreffs etc. zur Verfügung gestellt. Heute dominieren sie oft flächendeckend die Jugendkultur in sogenannten "National Befreiten Zonen", insbesondere in ostdeutschen Städten und Dörfern. Wer nicht mitmacht oder nicht in ihr Weltbild passt, muss mit Überfällen bis hin zum Mord rechnen - wie erst kürzlich wieder in Brandenburg geschehen.
Nazis kommen aber nicht irgendeinem luftleeren Raum, sondern aus einem rassistischen gesellschaftlichen Grundklima. Deshalb richten wir uns auch gegen staatlichen Rassismus, der sich in ausländerfeindlichen Gesetzen, Abschiebelagern wie in Fürth und anderen äussert. Gegen die Faschisten hilft nur eins:
Widerstand auf allen Ebenen!
Widerstand gegen ausländerfeindliches Geschwätz an der Schule. Widerstand gegen Angriffe in der Öffentlichkeit. Widerstand gegen rassistische Gesetze. Und Widerstand auf der Strasse!

Kommt alle am 29. November um 12.00 Uhr und 18.00 Uhr zur Luitpoldstrasse zum Infostand des Aktionsbündnisses gegen den Naziaufmarsch! Beteiligt Euch an den Demonstrationen und Aktionen am 6. Dezember!

- Nürnberger Schülerbündnis -
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Aufruf zum Schulstreik gegen Bildungsklau
Aufruf vom Schülerbündnis zum schulstreik am 2.4 in Nürnberg:

Jetzt reichts !!!
Kampf dem Bildungsklau !!!

Da wir, als SchülerInnen, von den Kürzungen, im Bildungsbereich besonders betroffen sind, rufen wir, im Rahmen der „europaweiten Aktionstage gegen Sozialabbau“, zur Demonstration am 02.04 um 10:00 Uhr an der Lorenzkirche auf!
Die Kürzungen werden alle betreffen: Gymnasien, Real-, Gesamt- und Hauptschulen. Die Einschränkungen der Lernmittelfreiheit heißt für uns SchülerInnen, dass wir in Zukunft bis zu 250 Euro Büchergeld pro Jahr bezahlen müssen. Haben unsere Eltern kein Geld, wird uns der Weg auf eine weiterführende Schule und eine gute Ausbildung versperrt.
Die Einführung des 8-jährigen Gymnasiums (G8) wird den bestehenden Leistungsdruck nochmals verstärken. Der Stoff für neun Jahre wird jetzt also in acht Jahren reingepresst! Dass dies nur noch stupides auswendig Lernen heißt, wird ignoriert! Durch die mehr anfallenden Wochenstunden, haben GymnasiastInnen in Zukunft bis zu drei mal Nachmittagsunterricht. Diesen Leistungsdruck werden auch die LehrerInnen zu spüren bekommen. Das alles wurde ohne jegliche Mitsprache von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen beschlossen.
Auch StudentInnen wird es nicht besser gehen! Sie sind von dem Bildungsklau genauso betroffen! 400 bis 600 Euro Studiengebühren werden sie pro Semester zahlen müssen! Schon jetzt liegt die Zahl der StudentInnen deren Eltern über ein geringes Einkommen verfügen, bei unter 10 Prozent.
Wir fordern gute Bildung für alle, anstatt der aktuellen Politik zur Elitebildung!

Bildung darf nicht käuflich sein!

Wehrt euch,leistet Widerstand!

Streikt am 02.04. ab 10 Uhr vor der Lorenzkirche!

Bringt mit, was Lärm und Krach macht!!!

> Im Anschluss: Konzert!
> Danach:
Demo des Sozialforums "gegen Sozialraub und Aganda 2010
> 03.04.: bundesweite Großdemos in Berlin, Köln und Stuttgart
Nürnberger Schülerbündnis
Treffpunkt: Montag 18 Uhr, Z-Bau, Roter Salon
Kommt vorbei!
Tel.: 0162 74 40 154
www.schulstreik.org
schuelerbuendnis@arcor.de
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Knapp 10.000 Menschen demonstrierten heute gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV in Nürnberg

Unter der Parole "Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz IV! Eine andere Welt ist möglich und nötig!" demonstrierten am heutigen Samstag knapp 10.000 Menschen zur Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Sie setzten sich gemeinsam mit dem Sozialforum Nürnberg als Veranstalter für Alternativen zur herrschenden Politik ein.

"Wir lehnen die weltweite Standortkonkurrenz und rassistische Ausgrenzungspolitik ab. Wir streben eine Wirtschaftsordnung an, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet und unser Leben nicht dem Profitstreben unterwirft. Wir leisten Widerstand und setzen uns für eine Welt ein, in der Ausbeutung und Unterdrückung der Vergangenheit angehören!“

Die vom Sozialforum Nürnberg veranstaltete Aktion hat ihr politisches Ziel erreicht, die Basisinitiativen und von Sozialraub und Lohnsenkung Betroffenen sichtbar zu Wort kommen zu lassen. Mit knapp 10.000 Teilnehmer/innen sind die Erwartungen der Veranstalter deutlich übertroffen worden, die angesichts der seit Monaten andauernden Protesten mit einer gewissen Ermüdung gerechnet hatten. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sich zahlreiche politisch nicht gebundene Menschen der Demonstration angeschlossen haben. Wie schon bei der spontanen Bewegung der Montagsdemonstration oder dem eigenständigen Streik der Opellaner in Bochum, hat sich auch heute erneut gezeigt, dass heute viele Menschen bereit sind, sich aktiv an Protesten zu beteiligen.

Erreichte Ziele

Die heutige Demonstration belegt eindrucksvoll, dass das im Politbetrieb hierzulande noch wenig praktizierte Konzept eines "social forums" als "offenem Raum" funktioniert, in dem sich Betroffene und Aktivist/innen aus unterschiedlichsten Bereichen treffen, vernetzen und gemeinsam zu wirkungsvollen Aktionen kommen.
Unser Basisansatz ist ein Experiment, das bewusst mit der weitverbreiteten Stellvertreterpolitik bricht. Bei uns rufen keine Funktionäre zu symbolischen Protesten auf, sondern politische Aktivist/innen wie politisch nicht organisierte Betroffene werden gemeinsam aktiv.

Sowohl die Redner/innen wie auch Demonstrant/innen haben durch Transparente und Parolen klar gemacht, dass wir alle betroffen sind. Nur gemeinsam, solidarisch und kollektiv können wir wirksame Gegenwehr entwickeln. Die Demonstration war ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung eines Bewusstseins, das die Spaltung in Betroffenengruppen überwindet. Wir haben unsere gemeinsamen Interessen auf die Tagesordnung gesetzt, die im Widerspruch zu den Interessen der herrschenden Eliten aus Politik und Wirtschaft stehen. Die Demonstration war bunt zusammengesetzt, aber inhaltlich klar ausgerichtet. Erfreulich ist die zahlreiche Beteiligung von Migrant/innen und Flüchtlingen, die besonders von prekären ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Sozialraub betroffen sind. Heute demonstrierten Erwerbslose und Beschäftigte gemeinsam gegen Agenda 2010. Angesichts des sonst eher bezugslosen Nebeneinanders von (gewerkschaftlicher) Arbeiterbewegung und sozialer Bewegung z.B. der Arbeitslosen haben wir hier einen wichtigen Durchbruch zu einer gemeinsamen Gegenwehr aller Betroffen geschaffen.

Ablauf

Die schikanösen Kontrollen, insbesondere der anreisenden Busse, im Vorfeld seitens der Polizei sollten wohl potentielle Teilnehmer/innen einschüchtern und abschrecken. Auch wenn dies nicht gelungen ist, verzögerte sich der Beginn der Demonstration dadurch um eine ¾ Stunde.

Dank des besonnen und disziplinierten Verhaltens der Demonstrant/innen konnte die Demonstration wie vorgesehen zu Ende gebracht werden, auch als das USK (Unterstützungskommando) kurz vor der Bundesagentur in erkennbar provokativer Absicht die Demospitze bedrängte. Insgesamt hat sich unsere Einschätzung bestätigt, dass die von Stadt und Polizei im Vorfeld vorgetragenen Gründe für eine "Sicherheitszone" einzig und allein der Stimmungsmache gegen den berechtigten Protest gedient haben.

Reden

Die Redner/innen haben die ganze Bandbreite der Basisinitiativen und Betroffenen abgedeckt. Elisabeth Ramthun stellte die Arbeit und das neuartige Konzept des Sozialforums Nürnberg vor.Eine Vielzahl von Themen und Bereichen wurde angesprochen: von "der sozialen Revolution als notwendige Alternative zum unvernünftigen Wirtschaftssystem des Kapitalismus" (Markus Schwarz, Organisierte Autonomie), "Alternativen zur neoliberalen Globalisierung" (Kurt Haymann, Attac Deutschland) über die "die aktuelle Situation bei Opel Bochum" (Wilfried Moryson, Vertrauensmannin Werk 2) bis hin zu Sebastian Giseler (Schüler/innenbündnis Nürnberg), der aufzeigt, dass Privatisierung und Kürzungen bei der Bildung Bestandteil des generellen Angriffs auf unsere Lebensverhältnisse sind.
Ausführlich sind die Betroffenen zu Wort gekommen, die sich in Basisinitiativen selbst organisieren. Frank Jäger (Bundesarbeitsgemeinschaft Sozialhilfeinitiativen, BagShi) zeigt aus Sicht der Betroffen, was Armut durch Agenda 2010 für Millionen bedeutet. Orhan Akman (ver.di München) schilderte die Lage der Arbeitsmigrant/innen und betont insbesondere die Notwendigkeit international solidarischer Gegenwehr.

Constance Etchu (Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrant/innen) sprach über die ungeheuerliche Ausbeutung von Flüchtlingen und in die Illegalität gezwungen.

Ausblick

Die heutige Aktion hat der Bewegung gegen Agenda 2010 eine Perspektive aufgezeigt. Jenseits weiterer konkreter Aktionen, wie Agenturschluss am 3. Januar 2005 und den Protesten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz in München im 11./12. Februar 2005 wird es zukünftig darum gehen, die Selbstorganisation der Betroffenen zum Beispiel in Basisinitiativen in Betrieben, von Erwerbslosen, in Schulen und Unis, als Netzwerke von illegalisierten Flüchtlingen voran zu treiben. Die Bildung und Vernetzung solche Basisansätze, u.a. über Sozialforen, wird die Grundlage sein, auf der zukünftig der Protest und der zu entwickelnde Widerstand unüberhörbar werden wird.
(Presse AG des SF Nürnberg, 6.11.04)